FRAUEN DER FUSSBALLNATIONALMANNSCHAFT SIND DEMENZ PARTNER

Martina Voss-Tecklenburg steht in einem Seminarraum vor den sitzenden  Spielerinnen
Martina Voss-Tecklenburg mit Spielerinnen beim Demenz Partner Training / Foto: getty images sport

Fast 70.000 Menschen in Deutschland sind bereits Demenz-Partnerinnen und Partner. Jetzt zählen auch die Spielerinnen der Deutschen Frauennationalmannschaft dazu.

Die geschäftsführende Bundesseniorenministerin Christine Lambrecht nahm am 24. November 2021 gemeinsam mit der Bundestrainerin der Fußballnationalmannschaft der Frauen, Martina Voss-Tecklenburg, und der gesamten Mannschaft in Wolfsburg an einer Demenz-Partner-Schulung teil. 

Christine Lambrecht sagte:  „Ich danke der Fußballnationalmannschaft der Frauen sehr, dass sie sich diesem wichtigen Thema widmet. Die Nationalspielerinnen sind Vorbilder. Ihr Engagement wird gesehen und wahrgenommen.“

Wer an den 90-minütigen Kompaktkursen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft teilnimmt, trägt dazu bei, dass Demenz weniger tabuisiert und Betroffene weniger stigmatisiert werden. Das Bundessenioren- und das Bundesgesundheitsministerium fördern diese Initiative bereits seit 2015. 
Die Ziele der Initiative Demenz Partner sind seit ihrem Start klar definiert: Die Aufklärung über Demenzerkrankungen und eine Sensibilisierung für die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen. „Demenz Partnerinnen und Partner tragen dazu bei, Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in die Mitte unserer Gesellschaft zu holen. Verständnis und Wissen sind wichtige Voraussetzungen, um Teilhabe für alle zu ermöglichen“, sagt Saskia Weiß, stellvertretende Geschäftsführerin der DAlzG und Projektleiterin der Initiative Demenz Partner.

Christine Lambrecht, geschäftsführende Bundesseniorenministerin: „Ich freue mich, heute auch eine Demenz-Partnerin zu werden. In der Schulung haben schon fast 70.000 Menschen gelernt, wie sie Menschen mit Demenz mit Hilfsbereitschaft, Verständnis und Wissen begegnen können. So weiß man als Angehöriger, Nachbarin, Verkäufer oder Busfahrerin, was eine demente Person braucht und wie man behutsam mit ihr umgeht.“

Martina Voss-Tecklenburg, Bundestrainerin der deutschen Fußballnationalmannschaft der Frauen: „Für mich hat dieses Thema, das so viele Menschen und Angehörige betrifft, eine wichtige Bedeutung. Ich habe es selbst in meinem Familienkreis erlebt, wie belastend diese Krankheit sein kann. Zu lernen, wie man mit erkrankten Menschen umgeht, Verständnis aufzubringen und dabei konkrete Werkzeuge an die Hand zu bekommen, um zu unterstützen – das hat mir enorm weitergeholfen. Es ist wichtig, dies auch unseren Spielerinnen zu vermitteln, die ein großes Interesse an der Thematik gezeigt haben.“

Foto: getty images sport
Foto: getty images sport

In Deutschland leben derzeit etwa 1,6 Millionen Menschen mit Demenz. Jährlich nimmt die Zahl der Erkrankten um circa 40.000 zu. Für das Jahr 2050 wird die Zahl der Menschen mit der Diagnose Alzheimer oder einer anderen Demenzerkrankung auf über drei Millionen Menschen geschätzt. Menschen mit Demenz haben Schwierigkeiten, sich zu erinnern, Wege zu finden und ihren Alltag zu organisieren.

Sport wirkt sich positiv auf die Lebensqualität von Menschen mit Demenz aus und kann vor Erkrankungen im Alter schützen. Sport hilft Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen weiter am sozialen Leben teilhaben zu können.

Im Rahmen der Aktion „TEAMGEIST für Menschen mit Demenz“ hat Martina Voss-Tecklenburg kurze Filme mit Beispielen für Bewegungs- und Koordinationsübungen gedreht. Sie sind hier abrufbar.

Das Projekt „Sport bewegt Menschen mit Demenz“ des Deutschen Olympischen Sportbunds ermöglicht Menschen mit Demenz, trotz Erkrankung weiterhin oder erstmalig an sportlichen Aktivitäten teilzunehmen. Kostenfreie Materialboxen für Übungsleiterinnen und Übungsleiter in Vereinen helfen dabei, sich über die Erkrankung Demenz zu informieren. 

Unter www.demenz-partner.de sind weitere Informationen, Kurse in der Nähe und Ansprechpartner zu finden. Mit dem neuen Webtraining können Interessierte zudem jederzeit von zuhause aus einen Kompaktkurs machen.

Teilprojekte "Sport bewegt Menschen mit Demenz" leben von der Praxis

Tischtennis so variieren, dass das Spielen auch Älteren Spaß macht / Foto: ©Senioren-Residenz POLIMAR/Eleonore Pieterreck
Tischtennis so variieren, dass das Spielen auch Älteren Spaß macht / Foto: ©Senioren-Residenz POLIMAR/Eleonore Pieterreck

Der DOSB hat vor rund einem Jahr mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das Projekt „Sport bewegt Menschen mit Demenz“ initiiert und arbeitet hier eng mit den Demenz-Expert*innen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft zusammen. Denn Sport kann den Krankheitsverlauf verzögern helfen und die Lebensqualität von Menschen mit Demenz - und ihren Angehörigen - erhöhen.

Nach einer Corona bedingten Verschiebung ist das Projekt nun mit vier Mitgliedsorganisationen des DOSB in seine Praxisphase gegangen. So bieten z.B. die Tischtennisvereine VfL Fortuna Marzahn und der Steglitzer Tischtennis Klub (STTK) in Berlin sowie zwei weitere Tischtennisvereine in Stuttgart begleitet vom Deutschen Tischtennis-Bund Sport  für Menschen mit Demenz und ihre Angehörige an. Gute Erfahrungen hat der VfL bereits in einer Pflegeeinrichtung sammeln können, wo das wöchentliche Tischtennis-Angebot zu den Höhepunkten zählt. Tischtennis ist auch im Sitzen möglich oder man kann weichere und damit langsamere Bälle nutzen –damit ist es eigentlich allen möglich, hierbei Spaß und Bewegung zu erleben.

Beim Landessportbund NRW sind mehrere Vereine an den Start gegangen, die zum Teil das Denksport-Modell, ein Konzept der Deutschen Sporthochschule Köln testen. Der Anspruch des Deutschen Turner-Bundes mit verschiedenen Vereinen in Frankfurt am Main ist es, beim Sport für Ältere sensibler für auftretende Demenzerkrankungen zu werden und Menschen mit Demenz  möglichst in den Vereinen zu halten. Allerdings ist es gar nicht so einfach, Vereinsangebote zu initiieren und die Gegebenheiten auf dem Land mit zum Teil nur einem Sportverein im Dorf sind andere als in der Stadt, wie die Arbeit der Sportregion Osnabrück-Stadt und Land e.V. und des Landessportbundes Niedersachsen zeigt. Erschreckend ist die Information, dass Menschen mit Demenz zum Teil in andere Orte fahren, um dort das Vereinsangebot wahrzunehmen, da sie sich für ihre Erkrankung schämen.

Die Corona bedingte Pause wurde von DOSB und DAlzG gut genutzt. In vier Online-Schulungen mit jeweils zwei Einheiten wurden inzwischen nicht nur die Projektpartner sondern auch zahlreiche Übungsleitende aus ganz Deutschland geschult. Dabei wurden ca. 300 Demenz Partner im ersten Schulungsteil gewonnen.  Im zweiten Modul, dem Praxisteil der Schulung, geben Uschi Wihr und Birgit Backes vom Demenzzentrum Trier praktische Tipps für die Durchführung von Bewegungseinheiten für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen.

Das Deutsche Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) am Standort Greifswald  begleitet das Projekt wissenschaftlich und hat zunächst eine Befragung gestartet, in der die Besteller der Materialbox „Sport bewegt Menschen mit Demenz“, die dank der Förderung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) nun in einer dritten Auflage produziert werden kann, befragt werden, wie sie diese einsetzen.

Insgesamt ein tolles Projekt, in dem Ehrenamtliche und Begeisterte aus dem Breitensport auf die ebenso Engagierten der Demenzbewegung treffen, um Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen ein Stück Teilhabe und die Möglichkeit zur Prävention durch Bewegung zu geben. Bei der Abschlussveranstaltung am 12. Mai 2022 wird es um Erfolgsfaktoren und Hemmnisse gehen und darum, wie die Ergebnisse auch von anderen Mitgliedsorganisationen genutzt werden können, damit bundesweit Angebote für Menschen mit Demenz entstehen.

Sabine Jansen 

„Sport bewegt Menschen mit Demenz“ geht in die Verlängerung

13 Personen stehen um die Trimmy-Figur im Hof Haus des Deutschen Sports
Die Projektgruppe bei ihrem ersten Treffen in Präsenz / Foto: DOSB

Die Lebensqualität von Menschen mit Demenz erhöhen und ihnen mit Sport Bewegung und Gemeinschaft zu ermöglichen, darum geht es im Projekt „Sport bewegt Menschen mit Demenz“ des DOSB. Derzeit leben 1,6 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland. Darauf weist die Woche der Demenz vom 20. bis 26. September hin, die diesmal unter dem Motto „Demenz - Genau hinsehen!“ steht.

Gemeinsam mit vier Teilprojekten beim LSB Nordrhein-Westfalen, LSB Niedersachsen, dem Deutschen Turner-Bund und dem Deutschen Tischtennis-Bund führt der DOSB in Kooperation mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) das Projekt seit dem 1. Oktober 2020 durch.

Da die praktische Erprobung in den Sportgruppen aufgrund der Kontaktbeschränkungen durch die Corona-Pandemie auf der Strecke blieb und die gut vorbereiteten Projekte ihr Programm gemeinsam mit den Vereinen bisher nicht im gewünschten Maße umsetzen konnten, hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das Projekt nun um ein halbes Jahr bis zum 30. Juni 2022 verlängert. Die Projektgruppe hat am 20. September 2021 unter anderem beraten, wie das Projekt nachhaltig gestaltet und die Ergebnisse in einer Abschlussveranstaltung im Jahr 2022 in die Breite getragen werden können.

Dazu trägt schon jetzt der Versand der Materialboxen „Sport bewegt Menschen mit Demenz“ bei, die direkt an Übungsleitende in Sportvereinen und Senioreneinrichtungen verschickt werden und Anregungen rund um das Thema „Bewegung für Menschen mit Demenz“ beinhalten. Mit Fortbildungsveranstaltungen wendet sich der DOSB gemeinsam mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft ebenfalls direkt an die Praktiker*innen. Auch in bereits bestehenden Gruppen geht es darum, genau hinzusehen und Menschen mit einer beginnenden Demenz zu erkennen und sie in den Gruppen zu halten.

Im Jahr 2021 findet am 19. November und 3. Dezember noch ein zweiteiliges Seminar zum Thema „Sport bewegt Menschen mit Demenz -gewusst wie!“ statt. Auch beim 13. Deutschen Seniorentag vom 24. bis 26. November in Hannover wird es einen Workshop des DOSB rund um das Thema Demenz geben.

Das Projekt „Sport bewegt Menschen mit Demenz“ wird gefördert vom BMFSFJ.

 

Materialbox “Sport bewegt Menschen mit Demenz“

Vor der Materialbox "Sport bewegt Menschen mit Demenz" liegen drei Broschüren / Foto: DOSB

Zeitgleich mit der Wiederaufnahme der Bewegungsangebote in Seniorenheimen und Sportvereinen bietet der Deutsche Olympische Sportbund in Kooperation mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft die Materialbox „Sport bewegt Menschen mit Demenz“ erneut an. Die Materialbox gibt Übungsleitenden vielfache Anregungen, wie sie in ihren Sportgruppen Menschen mit Demenz anleiten können.

In Deutschland leben 1,6 Millionen Menschen mit Demenz. Bewegung und Sport können auch für sie eine Steigerung der Lebensqualität bedeuten. Ältere und Menschen mit Demenz waren von den Kontaktbeschränkungen der Corona-Pandemie in den letzten zwei Jahren besonders betroffen. Begegnungen waren nur sehr eingeschränkt möglich und Bewegungsangebote konnten nicht stattfinden.

Innerhalb des am 1. Oktober 2020 gestarteten Projekts „Sport bewegt Menschen mit Demenz“ wurde die gleichnamige Box entwickelt. Sie enthält vielfältige Informationen und auch kleine Spielmaterialien für Sportgruppen, an denen Menschen mit Demenz teilnehmen. Eine erste Auflage von 1.000 Boxen war Ende 2020 innerhalb weniger Wochen vergriffen. DOSB-Vizepräsident Andreas Silbersack und Projektleiterin Gisela Nüssler wünschen sich, dass damit qualifizierte Angebote wieder aufgegriffen und neue gemacht werden können. Das Projekt „Sport bewegt Menschen mit Demenz“ wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Die Materialbox für Übungsleitende kann hier bestellt werden

DOSB ist Partner im Netzwerk Nationale Demenzstrategie

Die Diagnose Demenz, das ist für 1,6 Millionen Betroffene in Deutschland und ihre Angehörigen, ob so erwartet oder nicht, meist ein Schock. Die gute Nachricht lautet: Sportliche Bewegung wirkt präventiv und bedeutet auch für Menschen mit Demenz eine Steigerung ihrer Lebensqualität. Sie kann den Krankheitsverlauf sogar verzögern. 

Am 1. Oktober 2020 hat der DOSB in Zusammenarbeit mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das Projekt: „Sport bewegt Menschen mit Demenz“ gestartet. 

In vier Teilprojekten erproben der Landessportbund Nordrhein-Westfalen, der Landessportbund Niedersachsen, der Deutsche Tischtennis-Bund und der Deutsche Turner-Bund gemeinsam mit dem DOSB neue Angebote im Sport für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in Sportvereinen.

Damit wird der Sport ein wichtiger Partner zur Umsetzung der Nationalen Demenzstrategie. Zum Auftakt der Woche der Demenz 2020 sagte die Vorstandsvorsitzende des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Veronika Rücker: „Sport und Bewegung tragen zu mehr Teilhabemöglichkeiten für Menschen mit Demenz sowie für ihre Angehörigen bei. Der DOSB wird sich dafür einsetzen, dass immer mehr seiner 90.000 Sportvereine bedarfsgerechte Sport- und Bewegungsangebote für diese Zielgruppe anbieten."  

Weitere Informationen: Ute Blessing und Gisela Nüssler unter nuessler(at)dosb.de

Der DOSB ist Mitglied im Netzwerk Nationale Demenzstrategie. Das gemeinsame Ziel der Nationalen Demenzstrategie ist die nachhaltige Verbesserung der Versorgung und der Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen in allen Lebensbereichen.

 

 

"Wir wollen Menschen mit Demenz in der Mitte unserer Gesellschaft behalten. Im Rahmen der Nationalen Demenzstrategie wollen wir daher möglichst viele Menschen über das Thema Demenz informieren." Franziska Giffey, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Dezember 2020) 

Comeback der Bewegung und der Gemeinschaft

Ältere Menschen im Stuhkreis trainieren die Rückenmuskulatur mit dem Theraband
Come back - endlich wieder im Verein / Grafik: DOSB/picture-alliance

Rund neun Monate nach dem Start des Projekts „Sport bewegt Menschen mit Demenz“ kann dies endlich in die praktische Umsetzung vor Ort in den Vereinen gehen. Die Kontaktbeschränkungen der Pandemie machten Sporttreiben für die knapp 27 Millionen Mitglieder in den 90.000 deutschen Sportvereinen nahezu unmöglich. Nun gibt es gleich zwei Comebacks, wie der DOSB innerhalb einer Kampagne betont: das „Comeback der Bewegung“ und das „Comeback der Gemeinschaft“, zwei wesentliche Elemente, die das Vereinsleben prägen und besonders auch für ältere Menschen wichtig sind.  

Für die Teilprojekte des „Sport bewegt Menschen mit Demenz“ bedeutet dies, dass sie nun endlich in die praktische Umsetzung starten können. Die Teilprojekte beim Landessportbund Nordrhein-Westfalen, beim Landessportbund Niedersachsen mit dem Kreissportbund Osnabrück, beim Deutschen Turner-Bund und dem Deutschen Tischtennisbund haben sich nach der Auswahl der Vereine mit diesen gemeinsam auf die Praxis bestens vorbereitet. Gemeinsam mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft haben die Projektverantwortlichen Materialboxen entwickelt und an weitere 1000 Vereine sowie Einrichtungen der Altenhilfe verschickt, mit deren Informationen, sich ein Bewegungsangebot für Menschen mit Demenz gut initiieren lässt.

„Sehnsüchtig haben unsere 27 Millionen Mitglieder und viele Sporttreibende in Sportdeutschland auf die jetzige Entwicklung gewartet: zurück in die aktive Bewegung und die sozialen Kontakte,“ sagt DOSB-Präsident Alfons Hörmann. „Besonders ältere Menschen, Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen haben unter den Kontaktbeschränkungen gelitten“, ergänzt Monika Kaus, Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. Denn Bewegung und Sport können die Lebensqualität von Menschen mit Demenz erhöhen, Sport in der Gemeinschaft trägt zur Teilhabe am sozialen Leben bei.
Der DOSB bietet in Kooperation mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft weiterhin Seminare zum Thema „Sport bewegt Menschen mit Demenz“ an und stellt demnächst weitere Materialboxen zur Verfügung. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Schirmherr für die Comebacks zu Bewegung und Gemeinschaft ist "Bewegung (ist) ein wesentlicher Baustein für unsere Gesundheit. Sie stärkt unser Immunsystem, beugt chronischen Erkrankungen vor und wirkt sich positiv auf die Psyche aus. Sport in Gemeinschaft gibt einen Anreiz, kontinuierlich körperlich aktiv zu sein und fördert das soziale Miteinander.“ 

Der DOSB ist Mitglied im Netzwerk Nationale Demenzstrategie. Das gemeinsame Ziel der Nationalen Demenzstrategie ist die nachhaltige Verbesserung der Versorgung und der Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen in allen Lebensbereichen.

11 Teilnehmende stehen im Kreis und halten sich mit überkreuzten Armen an den Händen
Workshop zum Thema Demenz 2015 in Duisburg/ Foto: LSB/NRW Andrea Bowinkelmann

Sport bewegt Menschen mit Demenz – gewusst wie!
 

Seinen Mitgliedsorganisationen bietet der DOSB in Kooperation mit der Deutschen Alzheimer ein Online-Seminar zum Thema „Wissen, was Demenz ist“ und „Wie ich Menschen mit Demenz begegne“ an. Vereine und Verbände können sich damit startklar machen, um ältere Menschen in den Vereinen zu halten sowie Menschen mit einer beginnenden Demenz und ihren Angehörigen passgenaue Übungsstunden anzubieten.

Das Thema Demenz sorgt oftmals für Unsicherheiten und Bewegungsangebote für Menschen mit Demenz sind daher noch kein fester Bestandteil des Programms der Sportvereine. Dabei wirkt Bewegung nicht nur gegen die Risikofaktoren für eine Demenz, sondern kann auch die Lebensqualität und den Krankheitsverlauf einer Demenz verbessern.

Mit dem Projekt „Sport bewegt Menschen mit Demenz“ will der Deutsche Olympische Sportbund dazu beitragen, rund 1,6 Millionen Menschen, die an Demenz erkrankt sind, in Bewegung zu bringen und damit ihre geistige und körperliche Beweglichkeit möglichst lange zu erhalten.

Das Seminar findet online in zwei Modulen á zwei Stunden statt. Die Referentinnen verfügen nicht nur über ausgezeichnetes Fachwissen, sondern auch über jede Menge Erfahrung mit Bewegungsgruppen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Dies wird anschaulich an drei (Doppel)Terminen im Jahr 2021 online vermittelt. Der Einblick ist, wie die bisherigen Seminarteilnehmer*innen bestätigen, lohnend und eröffnet neue Perspektiven. Er zeigt, wie bereichernd Übungsstunden mit an Demenz erkrankten Menschen und ihren Angehörigen sein können. Die Seminare werden im Rahmen des Projekts „Sport bewegt Menschen mit Demenz“ des DOSB in Kooperation mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft angeboten. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Die Teilnahme ist kostenfrei und wird mit einer Urkunde der Deutschen Alzheimer Gesellschaft als „Demenz Partner“ bestätigt.

Termine:

19. November und 3. Dezember 2021

jeweils von 14 bis 16 Uhr

Zur Anmeldung geht es hier

 

DOSB in Kooperation mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft

Seinen Mitgliedsorganisationen bietet der DOSB in Kooperation mit der Deutschen Alzheimer ein Online-Seminar zum Thema „Wissen, was Demenz ist“ und „Wie ich Menschen mit Demenz begegne“ an. Sportvereine und -verbände können sich damit startklar machen, um ältere Menschen in den Vereinen zu halten sowie Menschen mit einer beginnenden Demenz und ihren Angehörigen passgenaue Übungsstunden anzubieten. Zur Anmeldung geht es hier

 

Deutsche Alzheimer Gesellschaft: Initiative Demenz Partner

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft informiert auf ihrer Internetseite über bundesweite Veranstaltungen zum Thema Demenz. Dazu kann man sich auf ihrer Website www.demenz-partner.de über die Initiative Demenz Partner informieren und nach Kursangeboten suchen. Die Initiative hat das Ziel, das Bild und die Wahrnehmung von Menschen mit Demenz gesamtgesellschaftlich zu verändern. Demenz Partner haben einen Kurs zum Thema Demenz besucht.

 

Deutsche Alzheimer Gesellschaft Landesverband Bayern: „Sport und Bewegung trotz(t) Demenz“

Bei dem 5-jährigen Projekt „Sport und Bewegung trotz(t) Demenz“ wurden seit 2015 über 300 Kursleiter*innen aus den Bereichen Vereinssport, Soziale Arbeit und Altenhilfe für die Leitung von Bewegungsangeboten für Menschen mit Demenz (und deren Angehörige) qualifiziert. 
Weitere Termine für Kursleiterschulungen 2021 sowie Informationen über das Projekt, Handreichungen und Publikationen zum Download gibt es hier: www.alzheimer-bayern.de

 

Deutscher Behindertensportverband (DBS)

Um für Sport mit Menschen mit Demenz zu qualifizieren, bietet der Deutsche Behindertensportverband unter anderem die Ausbildung zum*zur Übungsleiter*in B „Sport in der Rehabilitation“ mit dem Profil „Neurologie“ an. Inhaltlich werden die medizinischen und didaktisch-methodischen Grundlagen von Sport für Menschen mit neurologischen Erkrankungen (u.a. Demenz) thematisiert sowie Angebote aus der Sportpraxis vermittelt. Alle bundesweiten Aus- und Fortbildungen finden sich im DBS-Lehrgangsplan. Weitere Informationen zu den Veranstaltungengibt es direkt über den durchführenden Landesverband.

 

Landessportbund Niedersachsen

Der Fokus des Akademie-Forums 2019 lag auf der Sensibilisierung für das Thema Demenz. Das Bildungsportal des LSB Niedersachsen bietet in Kooperation mit dem Behindertensportverband Niedersachsen Fortbildungen zum Thema Sport & Demenz, die auch zur Verlängerung der B-Lizenzen im Rehabilitationsbereich anerkannt werden. Weitere Infos gibt es hier.

 

Landessportbund Nordrhein-Westfalen 

Der LSB NRW hat gemeinsam mit dem Behinderten- und Rehabilitationssportverband Nordrhein-Westfalen ein landesweites Projekt zum Thema SPORT FÜR MENSCHEN MIT DEMENZ durchgeführt. Informieren Sie sich hier über das Modellprojekt, die Projektbeteiligten sowie Lernangebote. Aus- und Fortbildungen zum Thema Demenz finden Übungsleiter*innen auch im Qualifizierungsportal des Landessportbundes NRW unter www.qualifizierung-im-sport.de  Neben Fortbildungen für Übungsleiter*innen mit ÜL C-Lizenz gibt es auch Qualifizierungsmaßnahmen im Bereich des Rehabilitationssports/Profil Neurologie.

 

Bildungsakademie des Landessportbundes Hessen e.V.

Das Bildungswerk des LSB Hessen bietet seit 2010 eine mehrtägige demenzspezifische Qualifizierung für Expert*innen aus den Bereichen Sport und Bewegung sowie Betreuungs- und Pflegekräften, die den so Ausgebildeten ein motorisches und mentales Training für Menschen mit Demenz ermöglicht. Einen kurzen Einblick in eine moment!-Gruppe gewährt dieser Kurzfilm. In Frankfurt beginnt am 3. September 2021 eine neue moment!-Qualifizierung. Weitere Infos unter: https://www.sport-erlebnisse.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Backes, Birgit, Maschke, Matthias, Wihr, Uschi: Sport und Bewegung für Menschen mit Demenz, Reinhardt Verlag, Reinhardts Gerontologische Reihe, München 2018

Behinderten- und Rehabilitationssportverband Nordrhein-Westfalen e.V., Landessportbund Nordrhein-Westfalen e. V., (Hrsg.), Sport für Menschen mit Demenz, Praxisbroschüre, Duisburg, 2016, Weitere Infos und Download: https://www.brsnw.de/vereinsberatung/projekte/demenz/modellprojekt/

Behinderten- und Rehabilitationssportverband Nordrhein-Westfalen e.V., Landessportbund Nordrhein-Westfalen e. V., (Hrsg.), Sport für Menschen mit Demenz, Handlungshilfe für Sportvereine, Pflege und Demenzberatung, Duisburg, 2017, Weitere Infos und Download: https://www.brsnw.de/vereinsberatung/projekte/demenz/modellprojekt/

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.), Bundesministerium für Gesundheit, Berlin 2020, Nationale Demenzstrategie, www.bmfsfj.de, E-Mail: info(at)publikationen(at)bundesregierung.de

Demenz Support Stuttgart gGmbH, Wandern, Was geht! Sport, Bewegung und Demenz, Kleine Praxisfibel 1: Lust am Wandern, Stuttgart 2019; zu bestellen per Mail an: 301(at)bmfsfj.bund.de

Demenz Support Stuttgart gGmbH, Radfahren, Was geht! Sport, Bewegung und Demenz, Kleine Praxisfibel 2: Lust am Radfahren, Stuttgart 2019, zu bestellen per Mail an: 301(at)bmfsfj.bund.de

Demenz Support Stuttgart gGmbH, Bewegung in der Gruppe, Was geht! Sport, Bewegung und Demenz, Kleine Praxisfibel 3: Lust daran, sich gemeinsam mit anderen zu bewegen, Stuttgart 2016; zu bestellen per Mail an: 301(at)bmfsfj.bund.de

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V., Selbsthilfe Demenz (Hrsg.), Helen Lambert, Aktiv leben mit Alzheimer und Demenz, Praktische Übungen und Aktivitäten zur Förderung von Körper und Geist, Dorling Kindersley Verlag GmbH, München 2019

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz, Demenz. Das Wichtigste. Berlin 2019, Weitere Infos: https://shop.deutsche-alzheimer.de/broschueren/

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V., Miteinander aktiv, Alltagsgestaltung und Beschäftigungen für Menschen mit Demenz, Berlin 2019, Weitere Infos: https://shop.deutsche-alzheimer.de/broschueren/

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V., Selbsthilfe Demenz, Ratgeber für Angehörige und Profis, Leben mit Demenzerkrankten, Hilfen für schwierige Verhaltensweisen und Situationen im Alltag, Weitere Infos: https://shop.deutsche-alzheimer.de/broschueren/

Deutsche Alzheimer Gesellschaft, Landesverband Bayern e.V., Nürnberg, Handbuch zum  Aufbau von Bewegungsangeboten, Sport und Bewegung trotz(t) Demenz, Nürnberg, 2020, Weitere Infos: info(at)alzheimer-bayern.de und Informationsmaterial unter direkt(at)Bayern.de    

Eisenburger, Marianne, Zak, Thesi, Bewegte Bewegungsstunden für Menschen mit Demenz, Meyer & Meyer Verlag, Aachen 2013

Jasper, Bettina M., Regelin, Petra,  Menschen mit Demenz bewegen, 196 Aktivierungsübungen für Kopf und Körper; Vincentz Network (Hrsg.), Hannover 2011

Stiftung Warentest (Hrsg.), Autorin: Heike Nordmann, Demenz - Den richtigen Weg finden, Ein Ratgeber für Angehörige und Freunde, Berlin 2019, ISBN: 978-7471-0043-1

Technische Universität Dortmund, Fakultät Erziehungswissenschaft, Psychologie und Soziologie, Soziale Gerontologie (Hrsg.) Sport für Menschen mit Demenz, Abschlussbericht der wissenschaftlichen Begleitung, Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Monika Reichert, Bearbeitung: Veronique Wolter, M.Sc. Sportwissenschaft, Dortmund, im März 2017

Wolter, Veronique, Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Demenz:  Die Rolle der Sportvereine, Reihe Junge Sportwissenschaft, Band 16, Hofmann-Verlag, Schorndorf 2019
 

Weitere Infos unter: www.deutsche-alzheimer.de

Informationen und Beratung auch beim Alzheimer Telefon der Deutsche Alzheimer Gesellschaft: Tel: 030 259 37 95 14

 

geöffnetes Päckchen mit Broschüren und farbigen Chiffontüchern

Materialbox bietet Informationen, Ideen und Tipps für Übungsleitende und Vereine
 

Mit seinem Projekt "Sport bewegt Menschen mit Demenz" will der DOSB das Sport- und Bewegungsangebot für ältere Menschen weiter ausbauen. In Kooperation mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) stellt der DOSB ab sofort interessierten Vereinen umfangreiches Informationsmaterial zum Thema Sport und Demenz in einer Materialbox kostenfrei zur Verfügung.Andreas Silbersack, Vizepräsident des DOSB, betont: „Der DOSB setzt sich dafür ein, dass immer mehr seiner 90.000 Sportvereine bedarfsgerechte Sport- und Bewegungsangebote für diese Zielgruppe anbieten.“

Die Lebensqualität von Menschen mit Demenz kann durch gezielte Bewegungs- und Gedächtnisübungen gesteigert und der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst werden. Monika Kaus, Vorsitzende der DAlzG, begrüßt das Projekt sehr: „Wir brauchen solche Initiativen, damit Menschen mit Demenz und ihre Angehörige weiter ihren gewohnten Aktivitäten nachgehen können und damit mehr Lebensqualität gewinnen“.

Innerhalb der Nationalen Demenzstrategie wird das Projekt „Sport bewegt Menschen mit Demenz“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Die Materialbox ist für Vereine kostenfrei. 

 

Vier Teilprojekte gehen ihren Weg

Vier Sportverbände sind von Anfang an als Teilprojekte am Projekt „Sport bewegt Menschen mit Demenz“ beteiligt und erproben, wie Angebote für Menschen mit Demenz erfolgreich in Sportvereinen umgesetzt werden können. Die Landessportbünde Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, der Deutsche Turner-Bund und der Deutsche Tischtennis-Bund haben unterschiedliche Erfahrungen und Herangehensweisen. 

Drei Frauen und ein Mann spielen Boule im Park
Der LSB NRW setzt auf Outdoor-Angeboten/ Foto: LSB NRW Andrea Bowinkelmann

Landessportbund Nordrhein-Westfalen

Das Themenfeld „Sport und Demenz“ bearbeitet der Landessportbund Nordrhein-Westfalen seit einigen Jahren im Rahmen seines Programms "Bewegt ÄLTER werden in NRW!" Aufbauend auf den vorhandenen Strukturen soll das Projekt "Sport bewegt Menschen mit Demenz" neue Impulse für die Weiterentwicklung der Angebote setzen und die Zugänge zur Zielgruppe verbessern.

Um auch in der Corona-Krisenzeit eine sichere Teilnahme zu ermöglichen, werden bevorzugt Outdoor-Angebote konzipiert, die gut in Kleingruppen durchführbar sind. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf Menschen in der frühen Phase der Demenz gelegt. Innerhalb eines mindestens 12-wöchigen Kursprogramms werden je nach Voraussetzungen in den Sportvereinen vielfältige und ganzheitliche Sport- und Bewegungsaktivitäten angeboten. Hierzu zählen z.B. begleitete Radtouren, Kanuwanderfahrten, Walking und Spaziergänge, aber auch gymnastische, tänzerische und musische Angebote oder auch Spielformen wie z.B. Boule. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt, alles was machbar ist, geht!

Weitere Infos unter: https://www.lsb.nrw/medien/news/artikel/sport-bewegt-menschen-mit-demenz-1

 

Ältere Frau mit grauen Haaren führt konzentriert den Tischtennisschläger
Tischtennis ist bis ins hohe Alter spielbar / Foto: LSB NRW Michael Grosler

Deutscher Tischtennis-Bund
 

Tischtennis hat nahezu jede*r schon einmal gespielt, oft in der Jugend mit positiven Erinnerungen. Und Tischtennis ist bis ins hohe Alter spielbar. 15 Jahre Erfahrung mit dem Kursprogramm Gesundheitssport Tischtennis zeigen, dass sich viele Senior*innen über 75 Jahren auch ohne spezielle Tischtennis-Kenntnisse mit koordinativen Übungen und dem spielorientierten Ausdauertraining körperlich und geistig fit halten können. Dabei fördert das Erlernen von einzelnen Bewegungselementen im Spiel mit anderen neben den kognitiven Fähigkeiten auch soziale Kompetenzen. Menschen mit leichter oder mittlerer Ausprägung einer Demenz erhalten gemeinsam mit ihren Angehörigen, Anregungen für ein anspruchsvolles, dennoch spielerisches Training für Geist und Körper. Mit Hilfe von Übungserleichterungen wie vergrößerten Bällen oder veränderter Spielfläche, gehend oder sitzend, wird immer noch „Tischtennis“ gespielt. Mit großer Spielfreude können die eigenen Fähigkeiten so erhalten oder gar ausgebaut werden.

Weitere Infos: https://www.tischtennis.de/mein-sport/aktionen/gesundheitssport.html

Startschuss zur Umsetzung der Nationalen Demenzstrategie  

Bundesseniorenministerin Dr. Franziska Giffey, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bundesforschungsministerin Anja Karliczek beim Live-Auftakt /Foto: Mike Auerbach
Bundesseniorenministerin Dr. Franziska Giffey, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bundesforschungsministerin Anja Karliczek beim Live-Auftakt /Foto: Mike Auerbach

Am 23. September 2020 ist die Umsetzung der Nationalen Demenzstrategie gestartet. Bei einer digitalen Veranstaltung im Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) unterzeichneten Bundesseniorenministerin Dr. Franziska Giffey, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und 57 Partnerinnen und Partner die Nationale Demenzstrategie.

Damit haben sich alle wichtigen Akteure auf die Umsetzung der insgesamt der 160 beschlossenen konkreten Maßnahmen verpflichtet. Ziel ist, dass Menschen mit Demenz Teil der Gesellschaft bleiben können und ein offenes Klima für den Umgang mit dieser Erkrankung geschaffen wird. 1,6 Millionen Menschen sind hierzulande von der Krankheit betroffen, im Jahr 2050 könnte die Zahl schon bei etwa 2,8 Millionen Menschen liegen.

Bundesministerin Franziska Giffey sagte: „An Demenz erkrankte Menschen können noch sehr lange aktiver Teil der Gesellschaft bleiben, wenn die Gesellschaft sich darauf einstellt. Das bedeutet: Busfahrerinnen, Schaffner, Ärztinnen oder Mitarbeiter von Behörden müssen speziell geschult werden, genauso wie sich Sportvereine oder Kirchenchöre auf Menschen mit Demenz vorbereiten müssen. Um das zu schaffen brauchen wir Teamgeist für Menschen mit Demenz. Darum starten wir die Umsetzung der Nationalen Demenzstrategie mit einem breiten gesellschaftlichen Bündnis. Mit der Strategie wollen wir bundesweit mehr Vor-Ort-Netzwerke aus Kommunen, Vereinen, Kirchen oder Unternehmen schaffen, Familien von Menschen mit Demenz unterstützen und mit einem breiten Bündnis die Gesellschaft darauf einstellen, für Menschen mit Demenz da zu sein.“

Auch der DOSB beteiligt sich an diesem Bündnis und hat am 1. Oktober 2020 sein neues Projekt „Sport bewegt Menschen mit Demenz“ gestartet. Die Vorstandsvorsitzende des DOSB Veronika Rücker sagte dazu: "Sport und Bewegung wirken sich grundsätzlich positiv auf Gesundheit und Lebensqualität aus.“ Und weiter: „Der DOSB wird sich dafür einsetzen, dass immer mehr seiner 90.000 Sportvereine bedarfsgerechte Sport- und Bewegungsangebote für Demenzkranke und ihre Angehörigen anbieten."  

Die Nationale Demenzstrategie: 160 konkrete Maßnahmen

Die Nationale Demenzstrategie wurde gemeinsam mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, den Ländern und Kommunen, den Verbänden des Gesundheitswesens und der Pflege, den Sozialversicherungsträgern, der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft erarbeitet. Am 01. Juli 2020 wurde sie durch das Bundeskabinett beschlossen. Am 23. September 2020 erfolgte der Start der Umsetzung mit allen Beteiligten. In den kommenden Jahren werden insgesamt 160 konkrete Maßnahmen unter dem Motto „Teamgeist für Menschen mit Demenz“ umgesetzt, um Deutschland demenzfreundlicher zu machen – 2026 wird Bilanz gezogen.

Weitere Informationen über das Bündnis und die Initiative „Teamgeist für Menschen mit Demenz" unter: www.wegweiser-demenz.de

Detailinformationen zur Nationalen Demenzstrategie gibt es hier: www.nationale-demenzstrategie.de

Quelle: BMFSFJ