Leistung und Wettkampf im Alter

Das Älterwerden sportlich nehmen

Wer Seniorensport vor allem als Leistungssport betreibt, kennt den Wert des Sports für das körperliche und seelische Wohlbefinden. Mit den Jahren verringert sich jedoch die Leistungsfähigkeit und es dauert länger, bis man sich von sportlichen Belastungen erholt. Das ist ganz normal. Schließlich ist man keine 20 mehr.

Das Älterwerden sportlich zu nehmen ist aber gar nicht so einfach, wenn man Sport vor allem leistungsorientiert betreibt. Im Vorteil ist, wer gelernt hat, auf die Signale seines Körpers zu achten, denn das schützt vor Überforderungen. Gut zu wissen ist auch, wie sich der Körper im Zuge des Älterwerdens verändert. Dann können Gesundheit und Fitness gezielter erhalten werden.

Jahr für Jahr legen knapp 1 Mio sportbegeisterte Frauen und Männer die traditionsreiche Prüfung Deutsches Sportabzeichen ab. Einfach weil es Spaß macht, die eigene Leistung zu messen und mit Gleichgesinnten gleichen Alters in sportlichen Wettbewerb zu treten. Viele tun dies zum ersten Mal in ihrem Leben und bereiten sich gründlich darauf vor. Andere gehören längst zu den „alten Hasen“ und freuen sich bei jedem Mal darauf, ihre Resultate mit den Ergebnissen der Vorjahre zu vergleichen.

Im Sinne des Deutschen Sportabzeichens kommt es dabei weniger auf Spitzenleistungen an. Wichtiger ist eine gute Vorbereitung, die – besonders in der Gruppe – Spaß macht und der Gesundheit dienen soll. Das Deutsche Sportabzeichen können Erwachsene ohne Altersbeschränkung jedes Jahr ablegen und kostet nur eine geringe Verwaltungsgebühr.

Die Anforderungen

Um das Deutsche Sportabzeichen zu erhalten, müssen Sie aus den Bereichen „allgemeine Schwimmfähigkeit“, „Sprungkraft“, „Schnelligkeit“, „Schnellkraft“ und „Ausdauer“ insgesamt fünf Disziplinen auswählen. Infrage kommen alle möglichen Disziplinen, nicht nur aus den klassischen Bereichen Schwimmen, Leichtathletik und Geräteturnen. Rudern, Eislaufen, Inline-Skaten, Wandern, Walken, Radfahren und Anderes gehören auch dazu. Die Anforderungen sind abgestimmt auf das Geschlecht und Alter der Sportlerinnen und Sportler.

Vorbereitung

Fragen Sie einen Sportverein in Ihrer Nähe oder wenden Sie sich an das Sportamt Ihrer Gemeinde: Dort erfahren Sie, wo das Deutsche Sportabzeichen erworben werden kann und wo Sie in Ihrer Nähe einen der mehr als 3000 Sportabzeichen-Treffs finden.

Bei einem Sportabzeichen-Treff stehen Ihnen alle erforderlichen Einrichtungen und Geräte zum Üben zur Verfügung. Hier können Sie sich in Ihrer Altersgruppe unter fachlicher Anleitung optimal auf die Prüfung vorbereiten.

Wenn Sie nicht austrainiert sind, sollten Sie sich mit der Vorbereitung ein gutes halbes Jahr Zeit lassen. Sind Sie älter als 40 Jahre, empfiehlt sich zudem ein ärztlicher Gesundheits-Check, bevor Sie mit dem Training beginnen.Weitere Informationen finden Sie unter www.deutsches-sportabzeichen.de. Dort können Sie sich auch Ihr persönliches Anforderungsprofil erstellen oder sich einen Sportabzeichen-Treff in Ihrer Nähe nennen lassen.

Link: Deutsches Sportabzeichen

„Gebrauch es oder verlier es“

Mit unserem Gehirn ist es wie mit einem Muskel: Gut trainiert bleibt beides bis ins hohe Alter leistungsfähig. Leichtes körperliches Training hält dabei nicht nur Ihre Muskeln in Schwung. Es verbessert auch nachweislich die geistige Leistungsfähigkeit.

Mit dem Älterwerden setzt keineswegs automatisch eine "Verkalkung" des Gehirns ein. Zwar können sich die Hirngefäße mit fortschreitendem Lebensalter verändern, sich zum Beispiel durch Ablagerungen verengen und in ihrer Elastizität nachlassen. Es werden auch weniger Übertragungsstoffe produziert. Dadurch wird die Informationsübertragung im Gehirn langsamer.

Entscheidender als das Lebensalter und die damit verbundenen körperlichen Veränderungen ist jedoch „Trainingszustand“ des Gehirns. Er bestimmt, ob die Denkfähigkeit und das Gedächtnis nachlassen, auf gleichem Niveau wie in jüngeren Jahren erhalten bleiben oder sogar wieder besser werden.

Fast jeder, der die 50 überschritten hat, kennt Probleme mit dem Gedächtnis. Es fällt nicht nur schwerer als früher, sich an Namen, Telefonnummern oder Geheimzahlen von Kreditkarten zu erinnern. Typisch sind auch kleine Alltagstücken: Man findet einen verlegten Gegenstand einfach nicht wieder. Oder man vergisst, was man im Supermarkt alles einkaufen wollte, woran man gerade gedacht hatte, bevor man unterbrochen wurde, oder was man aus der Küche kommend im Schlafzimmer zu suchen hat.

Die Forschung unterscheidet zwischen "flüssiger" und "kristallisierter" Intelligenz. Mit der "flüssigen" Intelligenz orientieren wir uns in neuen Situationen, sind geistig wendig und kombinationsfähig. Die "kristallisierte" Intelligenz ist dagegen vor allem für die Abrufbarkeit von Lebenserfahrung und die Sicherheit im sprachlichen Ausdruck zuständig.

Das Besondere am Älterwerden (das schließlich ab der Geburt beginnt) besteht darin, dass die kristallisierte Intelligenz zunimmt, während die flüssige etwas zurück geht. Deshalb benötigt das Gehirn im Alter für bestimmte Denkvorgänge etwas mehr Zeit.

Auch das Kurzzeitgedächtnis lässt nach – wenn es nicht vermehrt trainiert wird. Etwas Neues zu lernen (etwa eine Fremdsprache oder eine komplizierte Sportart) ist deshalb zwar noch gut möglich. Es dauert aber ein bisschen länger.

Ein normaler Spaziergang erhöht die Durchblutung des Gehirns bereits um fast 15 Prozent. Mehr körperliche Belastung lässt die Hirndurchblutung nur noch unwesentlich ansteigen. Leichtes körperliches Training reicht also aus, um auch geistig beweglich zu bleiben.

Anders als körperliche Ruhe führt Bewegung im Gehirn zu einer vermehrten Bildung der so genannten Synapsen, den Kontaktstellen zwischen den Nervenzellen. Damit kann ein Mensch im wahrsten Sinn des Wortes „schneller schalten“.

Sport schult die körperlichen und geistigen Fähigkeiten zur schnellen Koordination und Reaktion. Sich mit den Regeln einer Sportart und seinen sportlichen Mitstreitern auseinander zu setzen, fördert die geistige Frische ebenso wie die soziale Kompetenz.

Auch für das Gehirn gilt: Wer rastet, der rostet. Oder mit anderen Worten: Use it or loose it.

In den vergangenen Jahren gab es vereinzelte Hinweise, dass auch im Seniorensport gedopt wird. Genaue Angaben über das Ausmaß sind bislang jedoch nicht möglich, da bei den Senioren nur sehr selten getestet wird. Die Hinweise deuteten jedoch nicht nur auf mögliche Dopingvergehen hin, sondern auch auf die im Seniorensport besonders große Gefahr des unbeabsichtigten Dopings. Der Hintergrund: Ab einem gewissen Alter müssen vermehrt Medikamente eingenommen werden, die gleichwohl auf der Dopingliste stehen.

Der renommierte Sportwissenschaftler Prof. Wilhelm Schänzer sagte dazu: „Über Dopingkontrollen im Seniorensport und unbeabsichtigtes Doping wird seit langem diskutiert. Es hat in den letzten Jahren bei vereinzelten Kontrollen immer wieder positive Befunde gegeben, insbesondere mit anabolen Steroidhormonen. Der Schwerpunkt der Dopingkontrollen liegt aber im geförderten Spitzensport und nicht im Seniorensport, wo es auch nur gelegentliche Wettkampfkontrollen gibt. Kontrollen außerhalb des Wettkampfes werden nur bei Kaderathleten vorgenommen. Bei Kontrollen im Seniorensport sind unter anderem positive Befunde mit Diuretika und Beta-Blocker bekannt geworden. Diuretika fördern die Flüssigkeitsausscheidung und werden etwa bei einer Herzschwäche eingesetzt – können aber auch helfen, die Einnahme verbotener Substanzen zu verschleiern. Beta-Blocker können gegen Bluthochdruck verschrieben werden und haben eine beruhigende Wirkung. Hier kann es sehr leicht zu unbeabsichtigten Dopingverstößen kommen, da solche Medikament im Alter weitaus häufiger therapeutisch eingesetzt werden als bei jungen Sportlern. Aus meiner Sicht sollte auch im Seniorenwettkampfsport kontrolliert werden. Die Kontrollen müssten so angesetzt werden, dass sie eine hohe Abschreckung erreichen. Das gelingt durch Nichtankündigung von Kontrollen, aber auch durch eine Erhöhung der Kontrollzahlen.“

Es ist längst klargeworden, dass beim Thema „Senioren und Anti-Doping“ ein besonderer Informationsbedarf besteht. Denn die positiven Befunde waren weniger auf vorsätzliche Medikamenteneinnahme zur Leistungssteigerung zurück zu führen, als vielmehr auf die unbedachte Anwendung vom Arzt verschriebener Medikamente, ohne vorher eine medizinische Ausnahmegenehmigung eingeholt zu haben. Den Freizeit- und Wettkampfsportlern war dies schlichtweg nicht bewusst.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat speziell für die Seniorensportler ein Anti-Doping-Handbuch herausgegeben, in dem die wichtigsten Grundlagen, Hinweise und Informationen zum Thema Doping, Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel im Seniorensport niedergeschrieben sind. Regelmäßig gibt es im monatlichen Anti-Doping-Newsletter Informationen über Änderungen und aktuelle Hinweise sowie fortlaufend die Einreichungsfristen für TUE-Anträge für die aktuell bevorstehenden Wettkämpfe. Bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften betreibt der Deutsche Leichtathletik-Verband  einen eigens dafür eingerichteten Informationsstand, der von fachkundigem Personal betreut wird. Die meisten Anfragen und Gespräche drehen sich hier um das Thema Medikation und medizinische Ausnahmegenehmigung. Diese Informationsmöglichkeit wird sehr gut angenommen. Des Weiteren sollen die zahlreichen Dopingkontrollen bei den Deutschen und Internationalen Seniorenmeisterschaften nicht unerwähnt bleiben.

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